Springkraut

Limbacher bekämpfen Indisches Springkraut 



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Bekämpfung des Indischen Springkrauts
Das einst als Zierpflanze nach Europa eingeführte Indische Springkraut sieht zwar schön aus. Doch die Schöne ist ein Biest: Es breitet sich sehr schnell und massiv aus, fördert an Ufern die Erosion und verdrängt gnadenlos heimische Pflanzen und Tiere. Im August 2017 wurde es daher in die EU-Liste der invasiven Arten aufgenommen. Im Unterschied etwa zum ebenfalls invasiven Riesenbärenklau (Herkulesstaude), der eine Bekämpfung durch Fachleute erfordert, kann das Indische Springkraut von jedermann leicht bekämpft werden. In Limbach wird das seit 2015 im Rahmen der Zukunftsinitiative „Limbach 2020“ systematisch und höchst erfolgreich gemacht. Kritische Stimmen sind längst verstummt. Wo zu Beginn noch hunderte oder gar tausende meterhohe Pflanzen jegliche andere Vegetation unterdrückten, muss man inzwischen suchen, um einzelne Pflanzen zu finden. 

Auf dieser Seite haben wir einige Informationen zum Indischen Springkraut zusammengestellt. Die Karte ganz unten zeigt die Standorte in der Gemarkung Limbach und die Historie der Bekämpfung. Kommen Sie bei Fragen gerne auf uns zu: 0151 220 74 323 oder info@kuv-limbach.de. Vielleicht können wir ja auch Sie motivieren, in Ihrer Gemeinde die Bekämpfung zu starten? Es lohnt sich!

Bezeichnungen

Weitere verbreitet Namen für das Indische Springkraut sind Drüsiges Springkraut,  Himalaya-Balsamine oder auch Bauernorchidee. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Impatiens glandulifera.

Herkunft und Ausbreitungsgeschichte


Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Indischen Springkrauts liegt, wie der Name schon verrät, in Indien, genauer im indischen Teil des Himalaya. Es wurde bereits 1839 als Zierpflanze nach England importiert und gelangte von dort auf das europäische Festland (zunächst in die Schweiz). Der „Sprung über den Gartenzaun“ geschah durch Samenflug oder Ausschwemmen der Samen mit Wasserläufen aus Gärten und Parkanlagen, durch die Entsorgung von Gartenabfällen in der freien Landschaft und durch direkte Aussaat als vermeintlich gute Herbsttracht durch Imker. Bereits elf Jahre nach der Einführung als Gartenzierpflanze waren erste wild vorkommende Pflanzen zu beobachten. In den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts konnten bereits Verwilderungen in Frankreich sowie an der deutschen und niederländischen Nordseeküste festgestellt werden. Bald auch am Oberrhein abwärts von Basel. Heute reicht die Verbreitung von Indien über den gesamten europäischen Kontinent bis Nordamerika. Dabei wächst es vor allem in feuchten Wäldern, Auen- und Uferlandschaften mit hohem Nährstoffgehalt.

Gefahr
Das Indische Springkraut bildet wegen seiner hohen Samenproduktion (jede Pflanze produziert bis zu 2.000 Samen) sowie seinem schnellen Wachstum (es kann in kürzester Zeit über 2 Meter erreichen) rasch große, flächendeckende Bestände, in denen keine heimischen Pflanzenarten aufwachsen können. Da der nur faustgroße Wurzelballen nicht in der Lage ist, das Erdreich zu halten und zu festigen, besteht insbesondere an Gewässerufern zudem Gefahr durch Instabilität der Böschungen und Erosion. Durch das flächendeckende Auftreten verdrängt das Indische Springkraut die standortgerechte Vegetation, die eine natürliche Ufersicherung darstellt und Lebensraum für viele einheimische Tiere bietet. Es wird nur von wenigen unspezialisierten Insekten, darunter Honigbiene und große Hummelarten, besucht. Zudem sind Qualität und Menge von Pollen und Nektar nicht ausreichend, um Ertrag oder vollwertiges Futter (insbesondere als Herbsttracht) zu liefern.         


Bekämpfung

Da das Indische Springkraut als einjährige Pflanze spätestens mit dem ersten Frost abstirbt, reicht es aus, Samenproduktion und Samenverbreitung zu verhindern. Dazu können einzelne Pflanzen oder kleinere Bestände vor der Samenreife mit Wurzel ausgerissen werden, was sehr leicht geht. Knapp oberhalb der Wurzel sollten die Pflanzen anschließend von dieser getrennt und zum Verdorren einzeln ausgelegt werden (nicht auf einen Haufen). Bei größeren Beständen kann kurz vor der Blüte, aber auf jeden Fall vor der Samenreife gemäht werden. Bei Uferböschungen ist die Maßnahme auf die jeweiligen örtlichen Verhältnisse abzustimmen. Auf jeden Fall sollte aber vermieden werden, die Pflanzen im direkten Böschungsbereich liegenzulassen wegen der Gefahr der Überdüngung des Gewässers.

Wichtig ist das richtige Timing! Die Bekämpfung sollte möglichst spät, d.h. kurz vor der Blüte (circa Juli – Anfang September) durchgeführt werden. Die Bekämpfung muss in den folgenden Jahren wiederholt werden, da die im Boden reichlich vorhandenen Samen mehrere Jahre überdauern können. Empfehlenswert ist die anschließende Aussaat von standortgerechten Pflanzen wie z.B. Mädesüß, Blutweiderich oder Gilbweiderich: sie bieten neben der Ufersicherung eine gute Herbsttracht für Bienen und viele andere heimische Insekten (insbesondere Wildbienen und Wildhummeln).

Da die Verbreitung der Springkraut-Samen mit dem Wasser über weite Entfernungen erfolgen kann, ist eine Bekämpfung der Ausbreitungsherde an den Oberläufen unbedingt notwendig.

Indisches Springkraut in der Gemarkung

veröffentlicht um 18.01.2018, 10:12 von Limbacher Runden #LimbacherRunden   [ aktualisiert: 30.07.2018, 01:41 ]

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