Springkraut

Limbacher bekämpfen Indisches Springkraut 



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Auf Initiative des Kultur- und Verkehrsvereins (KuV) lud die Gemeinde für Samstag, den 5. September zu einer gemeinsamen Aktion gegen das Indische Springkraut. Dieses breitet sich auch bei uns rasant aus und verdrängt dabei sämtliche heimischen Pflanzen mit katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt. Wie wichtig das Bekämpfen ist, kann zum Beispiel am Ufer der Großen Nister zwischen Stein-Wingert und Ehrlich „bewundert“ werden. Hier wächst auf einer Fläche in der Größe mehrerer Fußballfelder nichts mehr - außer Indischem Springkraut!

Trotz des schlechten Wetters und der sehr kurzfristigen Einladung trafen sich über zehn junge und ältere Limbacher an der Steinbrücke, um gemeinsam gegen das tückische Indische Springkraut vorzugehen. Nach einer kurzen Einführung mit vielen praktischen Tipps vom langjährigen erfolgreichen Springkrautbekämpfer Rudolf Heß aus Müschenbach, ging es hoch motiviert an die Arbeit. Und so waren schon binnen zwei Stunden lange Uferabschnitte und eine etwas abseits gelegene Großfläche vom feindlichen Kraut befreit. Hierfür allen ganz

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herzlichen Dank! Zusammen mit den Vorarbeiten durch Gemeinde und KuV, der die Aktion koordinierte, ist bis auf Teile des Biotops nun das gesamte Nisterufer vom Steg unterhalb der „Streitser Mühle“ bis zum Jägersteg vom Springkraut befreit.

Die jetzige Aktion diente vor allem zur Sensibilisierung. Denn um das Indische Springkraut nachhaltig auszumerzen, muss es über einen Zeitraum von 3 – 5 Jahren zweimal jährlich bekämpft werden. Gemeinsam mit Herrn Heß (und idealerweise auch unseren Nachbargemeinden) wollen die Gemeinde und wir ab 2016 daher mit der langfristigen, systematischen Bekämpfung des Springkrauts an der Kleinen Nister und darüber hinaus beginnen. Mitstreiter werden wir hierzu rechtzeitig einladen.

Bezeichnungen

Weitere verbreitet Namen für das Indische Springkraut sind Drüsiges Springkraut,  Himalaya-Balsamine oder auch Bauernorchidee. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Impatiens glandulifera.

Herkunft und Ausbreitungsgeschichte


Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Indischen Springkrauts liegt, wie der Name schon verrät, in Indien, genauer im indischen Teil des Himalaya. Es wurde bereits 1839 als Zierpflanze nach England importiert und gelangte von dort auf das europäische Festland (zunächst in die Schweiz). Der „Sprung über den Gartenzaun“ geschah durch Samenflug oder Ausschwemmen der Samen mit Wasserläufen aus Gärten und Parkanlagen, durch die Entsorgung von Gartenabfällen in der freien Landschaft und durch direkte Aussaat als vermeintlich gute Herbsttracht durch Imker. Bereits elf Jahre nach der Einführung als Gartenzierpflanze waren erste wild vorkommende Pflanzen zu beobachten. In den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts konnten bereits Verwilderungen in Frankreich sowie an der deutschen und niederländischen Nordseeküste festgestellt werden. Bald auch am Oberrhein abwärts von Basel. Heute reicht die Verbreitung von Indien über den gesamten europäischen Kontinent bis Nordamerika. Dabei wächst es vor allem in feuchten Wäldern, Auen- und Uferlandschaften mit hohem Nährstoffgehalt.

Gefahr
Das Indische Springkraut bildet wegen seiner hohen Samenproduktion (jede Pflanze produziert bis zu 2.000 Samen) sowie seinem schnellen Wachstum (es kann in kürzester Zeit über 2 Meter erreichen) rasch große, flächendeckende Bestände, in denen keine heimischen Pflanzenarten aufwachsen können. Da der nur faustgroße Wurzelballen nicht in der Lage ist, das Erdreich zu halten und zu festigen, besteht insbesondere an Gewässerufern zudem Gefahr durch Instabilität der Böschungen und Erosion. Durch das flächendeckende Auftreten verdrängt das Indische Springkraut die standortgerechte Vegetation, die eine natürliche Ufersicherung darstellt und Lebensraum für viele einheimische Tiere bietet. Es wird nur von wenigen unspezialisierten Insekten, darunter Honigbiene und große Hummelarten, besucht. Zudem sind Qualität und Menge von Pollen und Nektar nicht ausreichend, um Ertrag oder vollwertiges Futter (insbesondere als Herbsttracht) zu liefern.         


Bekämpfung

Da das Indische Springkraut als einjährige Pflanze spätestens mit dem ersten Frost abstirbt, reicht es aus, Samenproduktion und Samenverbreitung zu verhindern. Dazu können einzelne Pflanzen oder kleinere Bestände vor der Samenreife mit Wurzel ausgerissen werden, was sehr leicht geht. Knapp oberhalb der Wurzel sollten die Pflanzen anschließend von dieser getrennt und zum Verdorren einzeln ausgelegt werden (nicht auf einen Haufen). Bei größeren Beständen kann kurz vor der Blüte, aber auf jeden Fall vor der Samenreife gemäht werden. Bei Uferböschungen ist die Maßnahme auf die jeweiligen örtlichen Verhältnisse abzustimmen. Auf jeden Fall sollte aber vermieden werden, die Pflanzen im direkten Böschungsbereich liegenzulassen wegen der Gefahr der Überdüngung des Gewässers.

Wichtig ist das richtige Timing! Die Bekämpfung sollte möglichst spät, d.h. kurz vor der Blüte (circa Juli – Anfang September) durchgeführt werden. Die Bekämpfung muss in den folgenden Jahren wiederholt werden, da die im Boden reichlich vorhandenen Samen mehrere Jahre überdauern können. Empfehlenswert ist die anschließende Aussaat von standortgerechten Pflanzen wie z.B. Mädesüß, Blutweiderich oder Gilbweiderich: sie bieten neben der Ufersicherung eine gute Herbsttracht für Bienen und viele andere heimische Insekten (insbesondere Wildbienen und Wildhummeln).

Da die Verbreitung der Springkraut-Samen mit dem Wasser über weite Entfernungen erfolgen kann, ist eine Bekämpfung der Ausbreitungsherde an den Oberläufen unbedingt notwendig.

„Limbach 2020“: Aktionswoche gegen Indisches Springkraut

veröffentlicht um 19.07.2016, 04:57 von Limbacher Runden #LimbacherRunden   [ aktualisiert: 12.09.2016, 01:00 ]

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Witterungsbedingt mussten wir die ursprünglich für Ende Juni geplante Aktionswoche gegen das Indische Springkraut ja leider kurzfristig absagen. Doch nun ist es höchste Zeit, dem Kraut zu Leibe zu rücken. Daher lädt die Gemeinde alle, die unsere heimische Natur vor den katastrophalen Folgen einer massiven "Springkrautinvasion" schützen wollen für Samstag, den 23. Juli um 9.30 Uhr zu einem 2 - 3 stündigen Großeinsatz an die Steinbrücke. Wer erst später Zeit hat, kann sich entlang der Nister zwischen Weiher und Jägersteg jederzeit anschließen. Jede Stunde Einsatz zählt! Herr Heß aus Müschenbach, der das Kraut im Raum Hachenburg schon seit vielen Jahren erfolgreich bekämpft, wird uns wieder mit Rat und Tat unterstützen und den Einsatz koordinieren. Wegen der Ufernähe und Brennnesseln etc. empfehlen wir für den Einsatz Gummistiefel, Handschuhe sowie lange Hose und langärmliges Oberteil. Das Kraut lässt sich sehr leicht ausreißen. Größere Flächen werden idealerweise mit Sense oder Ähnlichem bekämpft (gerne mitbringen!). Alles Weitere – auch die weiteren Termine in der Woche - am Samstag.


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