Aktuelles‎ > ‎

„Heimat unter der Lupe“: Graf Alexander toppt alles!

veröffentlicht um 18.02.2019, 01:41 von Andre Schäfer   [ aktualisiert: 18.02.2019, 01:42 ]
https://sites.google.com/a/kuv-limbach.de/kultur--und-verkehrsverein-limbach-e-v/aktuelles/_draft_post/19-05-02%20HudL%20Friedhoff.jpg
Beim zweiten Anlauf hat es geklappt – und wie! Statt „nur“ rund 40 Zuhörern im Dezember füllten beim Nachholtermin am 5. Februar über 80 Besucher das Limbacher Haus des Gastes als der Hachenburger Stadtarchivar Dr. Jens Friedhoff sich auf die Spuren von Graf Alexander von Hachenburg machte. Ein Blick auf den adligen Stammbaum offenbarte, dass Graf Alexander der Ururgroßvater des heutigen Fürst Alexander von Sayn-Wittgenstein-Sayn in Bendorf ist und durch eine nicht standesgemäße zweite Heirat – die erste Gattin verstarb früh – der Liebe wegen auf Fürstentitel und Familienvermögen verzichtete. Ein Neffe bezeichnete ihn in einem Buch als „unvergessliche Gestalt“ und manche Anekdote bezeugt seine Neigung zu einem „standesgemäßen“ Leben am Rande seiner finanziellen Möglichkeiten. Zeitlebens fühlte sich Graf Alexander aber seiner adligen Herkunft und dem Vaterland verpflichtet. Er forschte und veröffentlichte zum Sayn’schen Fürstenhaus, kämpfte in mehreren Kriegen und nahm selbst mit 67 (!) als Freiwilliger noch am Ersten Weltkrieg als Major teil. Das Schloss in Friedewald, in dem er über 20 Jahre wohnte, wäre ohne ihn heute wohl eine Ruine. In seiner „Hachenburger Zeit“ – insgesamt 15 Jahre, darunter die letzten 3 seines Lebens – wohnte er als Mieter im Schloss und zeigte sich Stadt und Bewohnern sehr verbunden. Er förderte intensiv das Vereinsleben, initiierte das "Haus Helena", stiftete u.a. den Löwen auf dem Alten Markt und feierte große Feste im Schloss und im Burggarten. 1940 wurde der Graf hochbetagt in der Marienstatter Abteikirche zu Grabe getragen.