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„Heimat unter der Lupe Extra“: Ein stilles Gedenken

veröffentlicht um 04.02.2020, 05:09 von Andre Schäfer   [ aktualisiert: 04.02.2020, 05:10 ]
Inspiriert von der Auftaktveranstaltung „Tötungsanstalt Hadamar“ der aktuellen Vortragsreihe von „Heimat unter der Lupe“ („HudL“) fand anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Ausschwitz ein „HudL Extra“ statt. Rund 50 Zuhörer fanden vor diesem Hintergrund am 30. Januar den Weg zu einem „Holocaust Gedenkabend“ nach Limbach. Dr. Peter Thomas aus Birnbach und der Müschenbacher Johannes Kempf, beide seit Jahren wider dem Vergessen aktiv, gestalteten den Abend in einem Wechsel von Liedern, Gedichten sowie Berichten über persönliche Schicksale heimischer Juden. Mit Gedichten etwa der beiden NS-Opfer Selma Meerbaum-Eisinger und Ilse Weber, jiddischen Liedern aus Ghettos und Konzentrationslagern sowie kommentierenden Worten zeigte Dr. Thomas das europaweite Ausmaß des Holocaust. Dass sich Grausamkeiten auch direkt vor unserer Haustür abspielten und anbahnten, berichtete Johannes Kempf. So wurden etwa jüdische Kinder in Hachenburg von Mitschülern und Lehrern seit Mitte der 1930er Jahre psychisch und physisch massiv drangsaliert. Und ja, es gab auch Juden aus dem Raum Hachenburg, die in von Dr. Thomas vorgestellten Konzentrationslagern den Tod fanden. Nach knapp zwei Stunden ging ein auch informativer, vor allem aber bewegender und nachdenklich stimmender Gedenkabend zu Ende. Wer wollte, konnte eine Spende hinterlassen. Die so gesammelten 235 € gibt der KuV – auch im Namen und Sinne von Dr. Thomas und Johannes Kempf – komplett an den Förderverein der Gedenkstätte Hadamar weiter. So schließt sich der Kreis. Ein Besuch der Gedenkstätte sei im Übrigen unbedingt empfohlen (www.gedenkstaette-hadamar.de).




Sorgten für einen bewegenden und nachdenklich stimmenden Gedenkabend: Johannes Kempf (am Pult) und Dr. Thomas.

Foto: Martin Schüler