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„Heimat unter der Lupe“: Harte Kost zum Auftakt

veröffentlicht um 04.11.2019, 10:22 von Andre Schäfer   [ aktualisiert: 18.11.2019, 07:44 ]
Gelungener Start der Vortragsreihe „Heimat unter der Lupe". Zur Auftaktveranstaltung am 12.11. kamen rund 60 Gäste aus nah und fern ins Haus des Gastes. Sie folgten mit großem Interesse und Betroffenheit den kenntnisreichen Ausführungen von Dr. Jan Erik Schulte. Der Leiter der heutigen Gedenkstätte und ehemaligen Tötungsanstalt Hadamar referierte über die Historie des Hauses und das grausame Schicksal von etwa 15.000 psychisch kranken und behinderten Menschen, darunter auch traumatisierte Wehrmachtsoldaten. In einer ersten Mordphase, Aktion T4 genannt, wurden in Hadamar 1941 in nur 7 Monaten über 10.000 Menschen in Gaskammern getötet. Von August 1942 bis März 1945 starben fast 4.500 weitere Opfer. Diese ließ man gezielt verhungern. Wer so nicht schnell genug starb, wurde durch überdosierte Medikamente getötet. Abschließend beantwortete Dr. Schulte etliche Zuschauerfragen und unterstrich noch einmal wie wichtig es ist, die Erinnerung an die entsetzlichen Geschehnisse wach zu halten, damit sie heute und auch künftig weder geleugnet noch relativiert werden können. Auf das Vergleichbares nie wieder geschehe! Die Gedenkstätte ist bei freiem Eintritt u.a. an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Um 14.30 Uhr gibt es eine öffentliche Führung. Weitere Infos unter www.gedenkstaette-hadamar.de. Musikalisch umrahmt wurde der Vortrag von Dr. Thomas, der Gedichte und Lieder von KZ-Häftlingen vortrug. Am 30.01.20 gibt es, dann gemeinsam mit Johannes Kempf, einen eigenen Holocaust Gedenkabend. Nächster Vortrag am 17.12., 19 Uhr: "Im Namen des Volkes - Das Gerichtswesen im Westerwald", Gast ist Richter i.R. Hans Helmut Strüder.